Kunst aus Malta...
Die
maltesischen Inseln mit ihrem tiefblauen Wasser und ihrer wilden
Landschaft haben seit jeher einheimische und auswärtige Künstler,
Fotografen und Bildhauer angeregt.
Der Maltesische
Archipel ist ein Mikrokontinent, zugleich Schnittstelle zwischen dem
Westen und dem Orient, zwischen Europa und Afrika. Seine Geschichte
läßt sich bis ins fünfte Jahrtausend vor Christus verfolgen, als die
Keramikproduktion von Skorba eine erste kulturelle Blüte trieb.
Ggantija auf Gozo, die älteste, frei stehende Steintempelanlage der
Welt, sowie Hagar Qim und Mnajdra, zwei architektonische Höhepunkte der
Megalithkunst, die den hohen Stand der Kultur der Jungsteinzeit
dokumentieren, datieren aus der Zeit von 3600 bis 3000 vor Christus.
Später hinterließen Phönizier, Römer, Araber und Normannen ihre Spuren
auf Malta. Diese Wechselfälle der wechselvollen Geschichte des Landes
haben es nicht versäumt, sich auf die Entwicklung der Kunst auszuwirken.
Früheste
künstlerische Arbeiten finden sich in den außergewöhnlichen Kultur-
Tempeln aus der Zeit 3800-2500 v. Chr. - ein einzigartiges kulturelles
Phänomen. Aus dieser prähistorischen Tempelanlagen wurden
Wanddekorationen, Reliefs und Skulpturen gefunden, die auf ein eine
Meisterhand des Künstlers hinweisen.
Ein zusammenfließen
klassischer Ideen und künstlerischen Geschmacks wird durch eine Reihe
von luxuriösen Tempeln, Villen und Residenzen bezeugt. Sie sind
geschmückt mit schönen Mosaikarbeiten, Marmor Kolonnaden und
klassischer Bildhauerkunst. In einigen Katakomben sind Malereien und
Schnitzereien erhalten, die von frühchristlicher Kunst inspiriert sind.
Ist zu spüren, dass die Insulaner kulturell emotional näher an Ost-
oder byzantinische Christentum anzusiedeln sind.
Bis
zum Beginn des 16. Jahrhunderts war Malta sowohl politisch als auch
kulturell ein Teil des sizilianischen Reich. Mit der normannischen
Eroberung von Malta begann eine neue Phase in der Kunstgeschichte von
Malta. Von diesem Zeitpunkt an kann man die künstlerische Tradition und
seine kontinuierliche Entwicklung verfolgen. 
Der Einfluss
der Southern Gothic kann in einem Zyklus des 15. Jahrhunderts
zurückverfolgt werden. Anfang des 16. Jahrhunderts wurden eine Reihe
von Renaissance- Ideen in Malta sichtbar und die einheimischen Künstler
praktizierten eine Kunst aus Gothik und Renaissance.
Mit
der Ankunft des alten Ritterordens, dessen Mitglieder stammten aus
allen europäischen Ländern des lateinischen Westens, weitere
Einflüssen, insbesondere der "italienischen und flämischen“ Kunst, mit
einer Vorherrschaft des Manierismus. Manierismus Vorreiter war Matteo
Perez d'Aleccio (d.1616), Anhänger von Michelangelo. Er wurde mit den
Arbeiten im Palast des Grand Masters und in der Klosterkirche St. John
beauftragt. Ein weiterer Künstler, tätig von 1590 bis 1595 war Filippo
Paladini. Seine Werke geben ein erhabenes Gefühl der Monumentalität. In
der Tat übernahm der Manierismus die Grundlage für die Kunst der
einheimischen Malern und sein Einfluss nahm nur langsam ab.
Caravaggio
malte bei seinem Aufenthalt auf Malta von Juli 1607 bis Oktober 1608
sieben Werke. Davon sind zwei seiner schönsten Bilder noch immer in
Malta zu sehen. Zu seinen wichtigsten einheimischen Bewunderern gehörte
Guilio Cassarino und der junge Erardi Stefano, die durch seinen
Einfluss dafür sorgten, dass der Manierismus mit Barock ästhetischen
Vorstellung zusammen traf. Dieser Einfluss wurde schließlich von Mattia
Preti gefestigt. Preti transportierte seinen virtuorosen Barock in die
maltesische Kunstszene.
Das 17. Jahrhundert
brachte einen
der größten Bildhauer hervor. Melchior Gafa, der nach seiner Lehrzeit
bei Ercole Ferrata in Rom sein erstes Atelier und wurde der Top- Barock
Bildhauer der römischen Schule.
Im Lauf des folgenden 18.
Jahrhunderts durchsetzte der neapolitanischen Einfluss die
künstlerischen Tätigkeiten der maltesischen Künstler. Besonderen
Einfluss auf die Entwicklung nahmen Künstler wie: Luca Giordano
(1632-1705) und Solimena (1657-1747) Gio.Nicola Bubagiar (1698-1752)
und der begabte Francesco Zahra (1710-1773). Diese Zeiten waren relativ
friedlich und prosperierend, sodass die maltesische Rokoko- Kunst ihren
Grund auch im sozialen Umfeld des 18. Jahrhunderts fand. So gewann der
römische Neo-Klassizismus die Loyalität der maltesischen Künstler, von
denen die meisten ihre Ausbildung der renommierten Accademia di San
Luca in Rom erhielten.
Das 19. Jahrhundert stand
unter dem
Einfluss der Kirche. Die Kunst der Nazarener Bruderschaft, ein Bund von
deutschen Konvertiten zum Katholizismus in Rom. So wurden real-
religiöse Grundlagen von Giuseppe Hyzler (1787-1858) zum Leitmotiv
erhoben, was dazu führte, dass die Hazarener Anhänger die Kunst
dominierten.
Die Jahre bis zum Ende des ruinösen Krieges
von 1940-1945, kann man als eine kurze Phase der Stagnation in der
maltesischen Kunst betrachten. Dennoch spricht eine klare moderne
Sensibilität in der Arbeit von Künstlern wie Josef Kalleya (1898-1998),
George Preca (1909-1984), Anton Inglott (1915-1945), Emvin Cremona
(1919-1986), Frank Portelli (b.1922 ), Antoine Camilleri (b.1922) und
Esprit Barthet (b.1919).
In der Nachkriegszeit kam eine
Gruppe von zukunftsorientierten Künstler zusammen und übernahm die
führende Rolle bei der Erneuerung der maltesischen Kunst. Unter ihrem
Einfluss wurde schließlich auch die Kunstschule auf Malta errichtet.
Jetzt mussten Künstler nicht mehr zur Ausbildung nach England oder Rom
auswandern.
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